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Ortsteil Effelder (1.098 Einwohner*)

Der über 1000 Jahre alte Marktfleck Effelder war viele Jahrhunderte ein kirchliches und kulturelles Zentrum des Sonneberger Landes. Der Ortsname geht auf die althochdeutschen Wortstämme aphal (der Apfel) und tar (der Stamm oder der Baum) zurück, was so viel wie „zu den Apfelbäumen" bedeutet. Die Effelder Kirche ist dem Frankenheiligen Kilian geweiht und war einst Mutterkirche von 18 Ortschaften. Im Jahre 1069 wurde sie zur Pfarrkirche erhoben.

Eine einmalige Naturschönheit ist die 300- jährige Tanzlinde. 1707 gepflanzt, wurde der untere Ästekranz so gezogen und abgestützt, dass darauf ein hölzerner Tanzboden verlegt werden konnte. Die neue Rekonstruktion des Balkenwerkes erfolgte im Jahr 2001 mit großzügiger Unterstützung durch die Thüringer Staatskanzlei. Alljährlich im Juni findet das Lindenfest statt. Zur Kirchweih im Juli trifft sich die Kirchweihgesellschaft in ihrer bunten Tracht zum Lindentanz.

Auf einer Anhöhe über dem Dorf befindet sich das Effelder Schloss. Es wurde 1533 von Hans von Schaumberg errichtet, nach einem Dachstuhlbrand im Jahr 1996 vollständig saniert und neu ausgebaut. Es diente seit Januar 2000 als repräsentatives Rathaus der Gemeinde Effelder- Rauenstein und beheimatet seit dem 01. Januar 2012 den Verwaltungssitz der Einheitsgemeinde Frankenblick. Die über tausendjährige Geschichte Effelders ist auch reich an kulturellen Überlieferungen. So spielte im Leben des Dichters Friedrich Rückert die hier wohnende Pfarrerstochter Friedericke Heim eine wichtige Rolle. Von 1813 bis 1819 verband beide eine innige Beziehung, welche Rückert wertvolle Impulse für sein künstlerisches Schaffen verlieh. Der Vater Friederickes war der langjährige Ortspfarrer Timotheus Heim. Er verfasste von 1808 bis 1814 die Topographie des Kirchspiels Effelder. Darin stellt er in anschaulicher Beschreibung das Leben in unserer Region mit den damaligen Sitten und Gebräuchen dar.

Heute ist Effelder nach wie vor ein attraktiver Ort mit zahlreichen Handwerksbetrieben, Unternehmen der Metallverarbeitung, der Spielwarenbranche und der Landwirtschaft.

Immerhin zwölf Vereine gestalten das gesellschaftliche Leben im Ort und weit darüber hinaus.